"Im Leben muss man sich alles hart erkämpfen..."

So oder ähnlich klingen sie....

 

GLAUBENSSÄTZE....

 

Durch die Kultur, in die wir hineingeboren werden, werden wir bereits mit Glaubenssätzen konfrontiert, die von den meisten Menschen dieses Kulturkreises geteilt werden. Weiteres bilden sich Glaubenssätze natürlich auch noch schichtenspezifisch, wie Glaubenssätze typisch für Bauern, Unternehmer, Fürsten, Arbeiter usw.

Was uns aber noch mehr interessiert, sind die typischen Glaubenssätze innerhalb einer Familie, da diese Glaubenssätze, neben den kulturell bedingten, einen starken Einfluss auf die Entstehung individueller Glaubenssätze haben. Jeder Mensch bildet auf der Basis seiner individuellen Lebenserfahrungen und Eindrücke eigene Glaubenssätze über sich selbst, andere und die Welt im Ganzen. Die Basis zur Bildung persönlicher Glaubenssätze wächst zumeist auf emotional belastenden Erfahrungen.

Ein Mensch kommt zum Beispiel zur Überzeugung, dass er nicht liebenswert ist, weil seine Eltern ein Geschwister bevorzugt haben. Obwohl dem außenstehenden Beobachter sofort offensichtlich ist, dass sich nur die Eltern auf diese Weise verhielten, verallgemeinert der Betroffene diese Erfahrung dahingehend, dass er glaubt, er sei generell nicht liebenswert.
Betrachten wir nun diesen Satz etwas genauer, verbirgt sich in ihm nicht nur eine Übergeneralisierung, sondern eine versteckte Ursachen-Zuschreibung. Das heißt, der Betroffene sagt ja nicht nur „mich liebt keiner", sondern er sagt „ich bin nicht liebenswert". Er findet die Ursache für das Verhalten der anderen bei bzw. in sich selbst. Etwas ist mit ihm grundsätzlich nicht in Ordnung, denn sonst würden seine Eltern ihn ja genauso lieben wie sein Geschwister.

Ist ein solcher Glaubenssatz „ich bin nicht liebenswert" erst einmal gebildet, entstehen rund um ihn neue Glaubenssätze. So würde diese Person sicherlich gerne einen Partner finden. Wie soll das aber gehen, wenn die Person glaubt, nicht liebenswert zu sein? Sie bildet neue Glaubenssätze, z.B. "wenn man mich schon nicht liebt, dann muss man mich aus anderen Gründen mögen... weil ich unterhaltsam bin, weil ich hilfsbereit bin, weil ich spendabel bin,..."
Geht dann eine Beziehung, wie so oft im Leben, auseinander, findet diese Person wieder eine Bestätigung ihres Glaubenssatzes.

Hat sich ein Glaubenssatz erst einmal gebildet, wirkt er wie ein Wahrnehmungsfilter. Alle Erfahrungen, die den Glaubenssatz zu bestätigen scheinen, werden verstärkt wahrgenommen. Alle Erfahrungen, die dem Glaubenssatz widersprechen, werden entweder ausgeblendet oder verzerrt.

Anhand dieses kleinen Beispiels wird ersichtlich, welch enorme Macht Glaubenssätze bei der Gestaltung unseres Lebens haben.

Da wir Glaubenssätze über unsere Gesundheit, über Geld, über Erfolg, über unsere Beziehung zum anderen Geschlecht usw. gebildet haben, können wir sagen, dass wir nur unser reales Leben anzuschauen brauchen, um eine Idee zu bekommen, wie unsere Glaubenssätze unsere Welt geformt haben. Die Welt dient uns so als Spiegel für unsere unbewussten Vorstellungen über uns selbst und die Welt. Wollen wir in den Bereichen Glück, Gesundheit, Erfolg, Partnerschaft usw. eine positive Veränderung herbeiführen, müssen wir zuerst feststellen, ob wir diese Veränderung überhaupt für möglich, sinnvoll und vor allem erlaubt halten. Solange bewusste oder unbewusste Glaubenssätze unser Verhalten und Erleben beherrschen, werden wir immer wieder Wege finden, uns selbst ein Bein zu stellen und so dafür zu sorgen, dass unsere Glaubenssätze sich erfüllen bzw. bestätigen.

An was glauben Sie? Welche Glaubenssätze blockieren Ihr persönliches Weiterkommen? Welche Glaubenssätze unterstützen Sie und bringen Sie weiter?

 

Glaubenssätze wirken immer!